2. Forum Holtenau Ost am 24. November 2022
Gemeinschaftliche Wohnformen in Kiel
Anne Wilby und Ferdinand Borchmann-Welle konnten auf dem 2. Forum Holtenau-Ost im Rathaussaal begeisternd das Strukturmodell des gemeinschaftlichen Wohnens in der kleinen Genossenschaft vorstellen.
Der besondere Vorzug der genossenschaftlichen Form nach dem TING-Modell bestehe darin, dass in der übersichtlichen Mitgliederstruktur bei einer Anzahl von 16 bis höchstens ca. 70 Wohneinheiten durch Identifikation und Bekanntschaft vitale Hausgemeinschaften entstehen können. In diesen können alle Mitglieder und Bewohner:innen gleichberechtigt mitwirken an der Gestaltung des eigenen Lebensumfelds in vertrauter Nachbarschaft.
Es wurde aber betont, dass solche Gemeinschaften als Keimzelle einer lebendigen Stadtgesellschaft mehr denn je auf günstige Startbedingungen angewiesen sind, um sich auf dem umkämpften Grundstücksmarkt gegen gewinnorientierte Wohnungsbauunternehmen zu behaupten.
So sollten Grundstücke – insbesondere aus der öffentlichen Hand – im Wege der Konzeptvergabe mit Ausrichtung auf gemeinschaftliche, sozial und ökonomisch integrative Wohnformen idealerweise im Wege der Erbbaupacht an die Hand gegeben werden. Dadurch können Kosten in der Aufbauphase deutlich gedämpft werden und nachhaltige Stadtentwicklungsziele mit dem individuellen Bedürfnis nach angemessener Versorgung mit bezahlbarem und qualitativ gutem Wohnraum in einer Win-Win-Konstellation vereint werden.
All jenen, die sich auch über Kiel hinaus für die Fragestellung neue Formen des Wohnens und Zusammenlebens interessieren, sei die Radiosendung des Deutschlandfunk Kultur vom 26.11.2022 empfohlen. Unter dem Titel
„Wie wollen wir leben? Alternative Wohnprojekte für Jung und Alt“
wurden mit Gästen und Hörer:innen gute zwei Stunden lang Lösungsansätze und Erfahrungen diskutiert.
Nachzulesen und nachzuhören unter: https://www.deutschlandfunkkultur.de/alternative-projekte-fuer-jung-und-alt-100.html
Eric Hücker
Begleitung der genossenschaftlichen Entwicklung
huecker@ting-projekte.de
04307 – 900 233
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